Was ist Holomedizin?

Holomedizin

Immer öfter taucht der Begriff Holomedizin auf, ob in der Presse, bei Kongressen und Diskurs oder in der Fachliteratur. Und eines kann man sich sicher sein, es wird noch mehr werden. Doch was bedeutet Holomedizin, wie funktioniert es und welche Vorteile bringt es Ärzten, Patienten und der Klinik.

Was ist Holomedizin?

Holomedizin leitet sich von Hologramm und Medizin ab und ist eine neue Art der Medizintechnik. Sie basiert auf dem technologischen Fortschritt der Mixed Reality. Dabei wird die reale Welt um Hologramme erweitert, die als 3-D-Objekte im Raum erscheinen und durch eine entsprechende Brille, wie beispielsweise der HoloLens von Microsoft, wahrgenommen werden. Die Hologramme interagieren mit dem Nutzer bzw. den Nutzern und können beliebig im Raum positioniert werden.

Diese innovative Technologie eröffnet enorme neue Möglichkeiten für die Medizinwelt, die Diagnostik, intraoperative Eingriffe, die Patientenversorgung uvm. Konkret bedeutet es, sämtliche medizinische Daten stehen als 3-D-Hologramm Ärzten, dem Klinikpersonal und Patienten zur Verfügung.

Hintergrund:

Der breiten Öffentlichkeit ist es kaum bewusst, welche Arbeit ein Arzt leisten und wie viel Erfahrung er haben muss, wenn er sich MRT- und CT-Aufnahmen anschaut. Diese sind 2-dimensionale-Schichtaufnahmen und werden von vorne nach hinten, von rechts nach links und von oben nach unten gemacht. Da wir Menschen aber dreidimensional sind, muss sich der Arzt die 3-Dimensionalität selbst aus den Schichtaufnahmen rekonstruieren. Dies erfordert viel Erfahrung, denn Pathologien sind nicht unbedingt gradlinig und können verschiede Formen und Längen haben. Diese muss sich der Arzt besonders vor einer Operation gut einprägen.

Während eines intraoperativen Eingriffes kann der Arzt meistens nur schwierig in die MRT- und CT-Aufnahmen des Patienten schauen. Er muss steril bleiben. Also halten ihm die OP-Schwestern ausgewählte Aufnahmen aufgedruckt auf einem Papier hoch. Die Bildaufnahmen sind in der Regel seine einzige Orientierung in Bezug auf die Anatomie des Patienten.

Holomedizin:

Vorreiter und Vorzeiger der Holomedizin ist der VSI-Virtual Surgery Intelligence. Er ermöglicht es, dem Arzt die MRT- und CT-Aufnahmen des Patienten bereits 3-dimensional zu sehen. So kann die Pathologie, die Fraktur, der Bruch etc. schneller und präziser lokalisiert werden. Aber auch die OP-Planung kann virtuell vorbereitet und in den OP-Saal mitgenommen werden. Bei Bedarf kann der Chirurg die abgespeicherte OP-Planung berührungslos abrufen, sich die Anatomie des Patienten und seine Planung noch mal anschauen und sogar die 3-D-Aufnahme auf dem Patienten/OP-Situs zu platzieren, um Abgleiche machen zu können. Der Patient wird von dem VSI automatisch erkannt und die 3-D-Aufnahme virtuell auf ihm platziert. Dies ist möglich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Die KI-Algorithmen wurden speziell dafür baut, trainiert und in der Rechtsmedizin getestet.

Das Platzieren hilft dem Arzt sich präziser und sicherer zu orientieren, spart wertvolle OP-Zeit und vermeidet Nach-Operationen. Die Patientensicherheit steigt und der Arbeitsalltag des Arztes und des OP-Personals wird erleichtert.

Holomedizin

Dokumentation und Visite:

Zusätzlich ist der Arzt in der Lage Fotos und Videos aus der Sicht der Brille, also seiner Sicht zu machen, abzuspeichern und den OP-Bericht zu sprechen. Dieser wird als Text im Krankenhaus-System abgespeichert. Das Gleiche kann auch bei der Visite gemacht werden. Es können Fotos und Videos vom Heilungsprozess aufgenommen werden, damit der Arzt, der am nächsten Tag die Visite übernimmt, genaues Wissen darüber hat. Auch der Visite-Bericht kann direkt reingesprochen werden, genauso auch der Entlassungsbrief. Dies verkürzt die Prozesse im Krankenhaus und macht sie effektiver.

Neben dem Bericht kann auch beispielsweise die Meditation mit dem VSI direkt im Gespräch mit dem Patienten veranlasst werden und im System abgespeichert. So wissen die Pfleger und Schwestern sofort Bescheid.

Patientenaufklärung

Die Holomedizin betrifft sämtliche Bereiche in einer Klinik, auch die Patientenaufklärung. Mit dem VSI können Arzt und Patient zusammen auf die 3-D-Aufnahmen schauen. Der Arzt kann so viel bildlicher dem Patienten die Pathologie, die bevorstehenden Operation oder den Krankheitsverlauf erklären.

Telemedizin und Holoportation

Die Holomedizin hebt nicht nur die Telemedizin auf ein neues Level, sondern ermöglicht auch Holoportation.

Telemedizin via VSI und Mixed Reality gestattet u. a. auch eine intraoperative Kommunikation. Der operierende Arzt kann einen Kollegen am Laptop anrufen und ihm genau seine Sicht auf den OP-Situs übertragen und gleichzeitig mit ihm telefonieren.

Die Holoportation funktioniert mit zusätzlicher Hilfe der Kinect-Kameras. So kann ein Arzt, der sich örtlich woanders befindet, im OP-Saal oder beim Tumorboard etc. als Hologramm anwesend sein. Dies geschieht auch andersrum, der OP-Saal und die Teilnehmer des Tumor-Boardes werden zu ihm in den Raum projiziert und er kann sie durch die Brille sehnen.

Training

Selbstverständlich können mit der Holomedizin auch Nachwuchsärzte trainiert werden. Großer Vorteil: Sie werden anhand original MRT- und CT-Daten ausgebildet. Mit dem Einsatz der Telechirurgie-Funktion kann die Sicht des Operateurs auf einen externen Bilderschirm oder eine Leinwand projiziert werden, so dass die Assistenzärzte genau sehen können, wie der erfahrene Chirurg vorgeht.

Was sind die Vorteile der Holomedizin?

Der große Vorteil der Holomedizin ist die Visualisierung von medizinischen Bildern, Krankheitsverläufen und medizinischen Daten. Dadurch kann höchste Präzision, schnellere Diagnosen, genauere Lokalisierung und verbesserte Patientenversorgung erzielt werden.

Holoclinic

Was ist eine Holoklinik?

Eine Holoklinik ist ein Krankenhaus, das die Holomedizin einsetzt. Der VSI ist verknüpft mit der Krankenhaus-IT-Landschaft, sodass die Prozesse in der Klinik schneller und effizienter sind, Ärzte und Pflegepersonal entlastet werden.

In der Regel startet der innovativste Fachbereich der Klinik den VSI einzuführen. Die IT-Systeme werden verbunden und es wird alles angeschlossen. Danach folgt der nächste Fachbereich bis die gesamte Klinik zur Holoklinik wird.

Welche technischen Voraussetzungen werden gebraucht?

Die technischen Voraussetzungen sind recht überschaubar. Neben der Hardware (Mixed Reality-Brille) und der Software (VSI-Virtual Surgery Intelligence) wird eine schnelle WLAN-Verbindung gebraucht.