OP-Saal der nahen Zukunft

OP-Saal der nahen Zukunft

OP-Saal der Zukunft mit MR

Stellen Sie sich einen Chirurgen bei seiner Arbeit im Operationssaal vor: er operiert gerade eine komplizierte Knochenfraktur, eine für epileptische Anfälle verantwortliche FCD im Gehirn oder einfach nur in den Nebenhöhlen. Dabei hat er keine Bildschirme um sich herum. Lediglich das OP-Personal, das OP-Besteck und den Patienten.

Der große Unterschied: das ganze OP-Personal samt verantwortlichem Chirurgen und seiner Assistenten bis hin zu den OP-Schwestern tragen Mixed Reality Brillen. Brillen, die ihnen jeweils die benötigten Bilder und Informationen virtuell in ihr individuelles Blickfeld einblenden.

Ein Blick in die Zukunft? Sicherlich, aber in eine bereits sehr nahe Zukunft! Die Medizintechnik schreitet mit großen Schritten voran. Der rudimentäre Ablauf operativer Eingriffe schreit nach Verbesserungen, Optimierung und Automatisierung.

In einem gut ausgestatteten OP-Saal stehen viele hilfreiche und unterstützende Navigationssysteme. Jedoch bedürfen sie vorheriger Ein- und Ausrichtung, was bei dem Zeitdruck im OP stets herausfordernd ist. Zusätzlich muss der Chirurg während der Operation seine Augen vom Patienten abwenden, um auf einen der Bildschirme zu schauen, und dann das Gesehene wiederum mit dem OP-Situs abgleichen. Dies sind Hürden, die es bald nicht mehr geben wird.

Mixed Reality im OP-Saal

Alle Navigationssysteme und CT/MRT-Aufnahmen in 3D samt Segmentierung wichtiger Strukturen werden direkt in das Blickfeld des Chirurgen eingeblendet mithilfe einer Mixed Reality Brille und entsprechender Software wie dem Virtual Surgery Intelligence (VSI).

Der große Vorteil von Mixed Reality ist, dass die reale Umgebung weiterhin sichtbar bleibt und die benötigten Informationen, Daten und Hologramme in diesen realen Raum projiziert werden. So können sich alle Beteiligten ungehindert bewegen. Die Steuerung erfolgt durch Gestik, aber auch per Sprache, damit der Chirurg seine Hände zum Operieren frei hat.

Vorteile für den operierenden Chirurgen

Der verantwortliche Chirurg kann sich mit dem Virtual Surgery Intelligence (VSI) auf den bevorstehenden Eingriff vorbereiten, in dem er in die 3D CT/MRT-Aufnahmen des Patienten virtuell einschneidet und die anatomischen Gegebenheiten prüft.

Während der Operation selbst hilft ihm der VSI beim anatomischen Abgleich. Die 3D-Aufnahmen verschmelzen bei Bedarf virtuell mit dem OP-Situs. Hier kann der Chirurg wählen, ob er die kompletten Aufnahmen oder nur entscheidende Strukturen, die vorher segmentiert und farbig markiert wurden, einblenden lässt, um sicherer und schneller zur entsprechenden Stelle vordringen zu können.

Nach der Operation kann der Chirurg die Bildaufnahmen von vor und nach der Operation vergleichen, Ergebnisse dokumentieren und weitere Maßnahmen treffen.

 

Vorteile für Assistenzärzte

Der große Vorteil für Nachwuchschirurgen und gleichzeitig auch für den ausbildenden Chirurgen liegt darin, dass er sein Blickfeld durch die Mixed Reality Brille direkt auf die Brillen der Assistenzärzte projizieren kann. Assistenzärzte müssen sich nicht mehr umständlich über den OP-Situs beugen, um etwas zu sehen. Sie können die genauen Handgriffe des geübten Operateurs über ihre Brillen genau beobachten. Dies spart teure OP-Zeit, entlastet den Operateur und verhilft den Nachwuchschirurgen zu einem besseren Verständnis und schnellerem Lernen.

Vorteile für den Anästhesisten

Ein Anästhesist überwacht während der gesamten Operation die aktuellen Werte des Patienten. Die gemessenen Daten können ihm dabei direkt in Echtzeit auf seine Brille projiziert werden. Zusätzlich kann er jederzeit auf die im System hinterlegten und historischen Daten des Patienten zugreifen.

Vorteile für das OP-Personal

Der Virtual Surgery Intelligence (VSI) funktioniert ganz ohne Marker, Vuforia oder andere Werkzeuge, bei denen etwas ausgemessen oder vorher eingestellt werden muss. Der VSI ist mit allen Systemen im OP-Saal verbunden und muss nur eingeschaltet werden. Dies bedeutet weniger Arbeit, weniger Vorbereitung und auch kein später Abbau von Instrumenten für das OP-Personal. Hybrid-Operationen werden noch einfacher.

Benötigte OP-Saal Ausstattung

Sie planen gerade Ihren neuen OP-Saal und fragen sich, welche Bedingungen dieser erfüllen und womit er ausgestattet werden muss, um solch eine Technologie wie den VSI anschaffen und nutzen zu können? Die Antwort ist so simpel wie der VSI selbst: es braucht lediglich ein gutes, stabiles und sicheres WLAN-Netz, mehr nicht.